
Leni war ein neugieriges Mädchen mit großen Träumen. Jeden Abend saß sie am Fenster ihres Kinderzimmers, schaute in den Himmel und fragte sich, wie es wohl da oben bei den Sternen aussieht.
Eines Abends – es war ganz still im Garten, und der Himmel war besonders klar – sah Leni etwas Seltsames. Ein helles Licht zog plötzlich über den Himmel und fiel… direkt hinter den Apfelbaum!
„Eine Sternschnuppe!“, rief Leni aufgeregt. Doch die war nicht einfach verschwunden – das Leuchten blieb da.
Leni schlich leise nach draußen. Barfuß lief sie durchs Gras, begleitet vom Zirpen der Grillen. Und da – direkt hinter dem Apfelbaum – lag etwas Kleines. Es leuchtete schwach, fast wie ein winziger Stern, der noch atmete.
Als sie sich bückte, flüsterte eine helle Stimme:
„Bist du… ein Kind von der Erde?“
Leni stolperte erschrocken zurück. Das leuchtende Ding – es sprach!
„Ja… ich bin Leni“, flüsterte sie. „Und wer bist du?“
„Ich heiße Nilo“, antwortete das Wesen. „Ich bin… verloren gegangen.“
„Verloren?“, wiederholte Leni. Doch bevor sie mehr fragen konnte, flackerte das Licht – und Nilo rief:
„Sie kommen! Sie dürfen mich nicht finden!“
Dann wurde alles dunkel.
Was meint Nilo? Wer ist auf der Suche nach ihm?
? Morgen geht's weiter mit Teil 2: Nilo erzählt sein Geheimnis.
Leni kniete sich vorsichtig neben das leuchtende Wesen. Das Licht flackerte sanft, so als würde es tief atmen. Dann öffnete sich das Glühen ein wenig – und Leni sah, dass Nilo aussah wie ein kleiner runder Stein mit winzigen funkelnden Augen.
„Ich komme aus der Sternenwabe“, flüsterte Nilo. „Ein Ort ganz weit oben im Himmel. Dort leben wir Lichtkinder. Aber ich habe einen Fehler gemacht...“
„Was denn für einen Fehler?“, fragte Leni leise.
„Ich bin zu nah an den Rand unserer Bahn geflogen. Und dann... hat mich der Schweifwind erwischt. Ich bin von der Bahn abgekommen und zur Erde gestürzt.“
„Aber warum darf dich niemand finden?“, hakte Leni nach.
Nilo zitterte leicht. „Die Funkenfänger sind hinter mir her. Sie sammeln verlorenes Sternenlicht. Und wenn sie mich finden, nehmen sie mein Leuchten mit – für immer.“
Leni spürte, wie ihr Herz schneller schlug. „Dann müssen wir dich beschützen.“
Plötzlich hörte sie ein leises Surren über den Baumwipfeln. Ein schwacher Schatten huschte über den Garten. Nilo wurde ganz still.
„Sie haben mich gefunden...“, hauchte er.
Wer sind die Funkenfänger? Und wie können Leni und Nilo ihnen entkommen?
? Morgen geht’s weiter mit Teil 3: Die fliegenden Schatten.